Anwendung und Beispiele aus der Praxis
Grundsätzlich wird mit dem Gedanken
"Wo liegt die Ursache der Krankheit/des Problems?"
oder
"Woran soll heute gearbeitet werden?"
bzw.
"Was ist heute wichtig?"
eine Karte gezogen.

Dies können Sie vor oder während der Sitzung selber machen oder besser, den Patienten/Klienten selbst mit diesem Gedanken ziehen lassen.
Ich frage den Patienten dann:
"Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn ich Ihnen nun die Karte vorlese?"
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Therapeuten oftmals ganz anders interpretieren, als der Patient selbst.
Das Geheimnis dieser Karten liegt in dem Vertrauen auf das Unterbewusstsein des Patienten, dass er über die Karte, die er zieht (oder für ihn gezogen wird) den Weg zu verborgenen und verdrängten Erlebnissen öffnet.
In diesem Sinne:
Geben Sie ihrem Patienten die Chance Ihnen zu erzählen, was Sie nicht wissen können...!
Hier einige Beispiele aus der Praxis:
Karte: "Tod und Trauer"
Wer oder was ruht noch nicht in Frieden?

Beispiel 1:
Patient (mit der Diagnose Depression) zieht die Karte "Tod und Trauer", fängt an zu weinen und erzählt vom lange vor seiner Geburt gestorbenen Bruder. Nun wird ihm bewusst, dass all die Freudlosigkeit in seinem Leben von der nicht verarbeiteten Trauer der Mutter, übernommen wurde. Durch verschiedene Techniken kann die alte Trauer jetzt losgelassen werden.
Beispiel 2:
Patientin kommt mit unerfülltem Kinderwunsch und assoziiert vorerst überhaupt nichts mit der Karte "Tod und Trauer". Im Verlauf der Sitzung schlägt sie urplötzlich die Hände vor das Gesicht und sagt, ihre größte Angst ist, bei der Geburt des Kindes zu sterben.
Diese Angst vor dem eigenen Tod wirkt blockierend auf den Kinderwunsch.
Karte: "10.—12. Lebensjahr"
Beispiel 1:
Nachdem die Patientin das dritte Mal wegen Prüfungsangst kommt, lässt die Therapeutin das erste mal eine Karte ziehen.
Die Patientin schaut die Therapeutin nach dem Ziehen der Karte "10.-12. Lebensjahr" an und sagt: "Ja, kann ich Ihnen genau sagen was da war. In der 5. Klasse musste ich die Schule wechseln, weil ein Lehrer mich so auf dem Kieker hatte. Von da ab hatte ich auch Angst vor Klassenarbeiten..."
Beispiel 2:
Patient kommt wegen Arthrose im Knie in die Praxis. Nach längerem Gespräch erzählt er, dass er seine Gefühle in sich abgesperrt, eingefroren habe. Mit dem Gedanken der eingefrorenen Gefühle lässt die Therapeutin eine Karte ziehen und nach dem Vorlesen "10.-12. Lebensjahr" füllen sich die Augen des Patienten mit Tränen. "Da wurde ich missbraucht"...
Karte: "Geburt"

Beispiel 2:
Patient (mit der Diagnose Depression) erzählt zögernd, dass ihm zu dem Thema der Karte "Geburt" eigentlich nur einfällt, dass er vor einigen Jahren erfuhr, dass er eine ältere Schwester habe, die gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde.
Wenn er genau nachdenkt, haben seine Depressionen begonnen als er davon erfuhr.
Beispiel 1:
Patient wird nach dem Ziehen der Karte "Geburt" blass und fragt die Therapeutin, ob er ihr jemals über seinen, bei der Geburt gestorbenen, Zwillingsbruder erzählt hat...